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Christnacht
Robert
Ernst Prutz (1816-1872)
Heil'ge Nacht, auf
Engelsschwingen nahst du leise dich der Welt, und die Glocken
hör' ich klingen, und die Fenster sind erhellt. Selbst die
Hütte trieft von Segen, und der Kindlein froher Dank jauchzt
dem Himmelskind entgegen, und ihr Stammeln wird
Gesang.
Mit der Fülle süßer Lieder, mit dem
Glanz um Tal und Höh'n, Heil'ge Nacht, so kehrst du
wieder, wie die Welt dich einst gesehn, da die Palmen lauter
rauschten, und, versenkt in Dämmerung, Erd' und Himmel Worte
tauschten, Worte der Verkündigung.
Da, mit Purpur übergossen, aufgetan
von Gottes Hand, alle Himmel sich erschlossen, glänzend über
Meer und Land; da, den Frieden zu verkünden, sich der Engel
nieder schwang, auf den Höhen, in den Gründen die Verheißung
wieder klang;
Da, der Jungfrau Sohn zu
dienen, Fürsten aus dem Morgenland in der Hirten Kreis
erschienen, Geld und Myrrhen in der Hand! Da mit seligem
Entzücken sich die Mutter nieder bog, sinnend aus des Kindes
Blicken nie gefühlte Freude zog.
Heil'ge Nacht, mit tausend
Kerzen steigst du feierlich herauf, o, so geh' in unsern
Herzen, Stern des Lebens, geh' uns auf! Schau, im Himmel und
auf Erden glänzt der Liebe Rosenschein: Friede soll's noch
einmal werden und die Liebe König sein!
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Das
Christkind
Robert
Reinick (1805-1852)
Die Nacht vor dem Heiligen
Abend, da liegen die Kinder im Traum. Sie träumen von schönen
Sachen und von dem Weihnachtsbaum.
Und während sie schlafen und
träumen, wird es am Himmel klar, und durch den Himmel
fliegen drei Engel wunderbar.
Sie tragen ein holdes Kindlein, das
ist der Heilige Christ. Es ist so fromm und freundlich, wie
keins auf Erden ist.
Und wie es durch den Himmel still
über die Häuser fliegt; schaut es in jedes Bettchen, wo nur
ein Kindlein liegt.
Es freut sich über alle, die fromm
und freundlich sind, denn solche liebt von Herzen das liebe
Himmelskind.
Heut schlafen noch die Kinder und
sehen es nur im Traum. Doch morgen tanzen und springen sie um
den Weihnachtsbaum.
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Die heilige
Nacht
Eduard
Mörike (1804-1875)
Gesegnet sei die heilige Nacht, die
uns das Licht der Welt gebracht! -
Wohl unterm lieben Himmelszelt die
Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und
klar, mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr
Angesicht, da spricht der Engel: "Fürcht't euch
nicht!"
"Ich verkünd euch große Freud: Der
Heiland ist geboren heut."
Da gehn die Hirten hin in Eil, zu
schaun mit Augen das ewig Heil;
zu singen dem süßen Gast
Willkomm, zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
Bald kommen auch gezogen fern die
heilgen drei König' mit ihrem Stern.
Sie knien vor dem Kindlein
hold, schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel
Heer frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
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Lied des
Nussknacker
Heinrich Hoffmann (1809-1894)
König Nussknacker, so heiß
ich. Harte Nüsse, die zerbeiß ich. Süße Kerne schluck ich
fleißig; Doch die Schalen, ei, die schmeiß ich Lieber andern
hin, weil ich König bin. Aber seid nicht bang! Zwar mein
Bart ist lang Und mein Kopf ist dick Und gar wild mein
Blick; Doch was tut denn das? Tu keinem Menschen was, Bin
im Herzensgrund, Trotz dem großen Mund, Ganz ein guter
Jung, Lieb Veränderung, Amüsier mich gern Wie die großen
Herrn. Arbeit wird mir schwer, Und dann mag ich
sehr Frommen Kindersinn, Weil ich König bin.
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und noch mehr
Gedichte ...
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