Weihnachtsgedichte ...

 

 

 

Holler, boller, Rumpelsack

(Albert Sergel (1876-1946)

 

Holler boller Rumpelsack,
Niklaus trug sie huckepack,
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
knackt die Schale springt der Kern,
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
komm bald wieder in dies Haus,
guter alter Nikolaus.

 

 

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O SCHÖNE HERRLICHE WEIHNACHTSZEIT

(von Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

 

O schöne, herrliche Weihnachtszeit,
was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freu'n und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein.

 

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"Vom Christkind"

( Anna Ritter 1865-1921)


Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rot gefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

 

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"Knecht Ruprecht"
 

(Theodor Storm (1817-1888)


Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn ;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

 

 

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Brief ans Christkindl

(Rudolf Hägni (1888-1956)

 

Christkindlein, liebes, ich bitte dich sehr,
es dauert ja nun nicht lange mehr.
bring mir doch wieder ein neues Kleid,
für meine Puppe, die Adelheid.

Das alte ist schon ganz abgeschossen,
und einmal Sirup darüber geflossen.
Da hat es einen Flecken gegeben.
Die rote Farbe blieb daran kleben.

Wir haben sie nicht mehr auswaschen können.
Nun will ich noch etwas anderes nennen.
Ich wage es dir zwar fast nicht zu schreiben.
Wenn es zuviel ist, lass es nur bleiben!

Eine Puppenküche wünscht ich mir noch.
Die alte Pfanne hat nämlich ein Loch.
Ich glaube der Rost hat sie angefressen.
Es ekelt einen, daraus zu essen.

Und zudem ist sie für mich jetzt zu klein.
Auch Schlittschuhe wären natürlich fein.
Schlittschuh fahren ist gar zu schön.
Ich möchte mit meinem Bruder gehn.

Aber die kannst du nächstes Jahr bringen,
weißt, ich möchte nicht alles erzwingen.
Doch wenn du mir lieber die Schlittschuhe schenkst,
ist`s auch recht. Wenn du nur nicht denkst,
dass ich viel zu unbescheiden sei
mit meinen Wünschen, es sind ja schon drei.

Das möchte ich nicht, das täte mir leid.
Bring du nur einfach, soviel dich freut.
Dann wird es mir sicher auch Freude machen.
Du bringst ja keine unnützen Sachen.
Jetzt bin ich am Ende. Noch einen Gruß
vom Marteli Stocker im "roten Huus".

 

 

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