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Weihnachtsgedichte ...

Holler, boller,
Rumpelsack
(Albert Sergel
(1876-1946)
Holler boller
Rumpelsack, Niklaus trug sie huckepack, Weihnachtsnüsse gelb
und braun, runzlig punzlig anzuschaun. knackt die Schale
springt der Kern, Weihnachtsnüsse ess ich gern. komm bald
wieder in dies Haus, guter alter Nikolaus.
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O SCHÖNE HERRLICHE
WEIHNACHTSZEIT
(von Heinrich Hoffmann
von Fallersleben)
O schöne, herrliche
Weihnachtszeit, was bringst du Lust und Fröhlichkeit! Wenn der
heilige Christ in jedem Haus teilt seine lieben Gaben
aus.
Und ist das Häuschen noch so klein, so kommt der
heilige Christ hinein, und alle sind ihm lieb wie die
Seinen, die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.
Der
heilige Christ an alle denkt, ein jedes wird von ihm
beschenkt. Drum lasst uns freu'n und dankbar sein! Er denkt
auch unser, mein und dein.
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Vom
Christkind
( Anna Ritter
Denkt euch, ich habe das Christkind
gesehen! Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll
Schnee, mit rot gefrorenem Näschen. Die kleinen Hände taten ihm weh, denn es trug einen Sack, der war gar
schwer, schleppte und polterte hinter ihm
her. Was drin war, möchtet ihr
wissen? Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack
- denkt ihr, er wäre offen der Sack? Zugebunden bis oben hin! Doch war gewiss etwas Schönes drin! Es roch so nach Äpfeln und
Nüssen!
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Knecht
Ruprecht
eodor Storm
(1817-1888)
Von drauss' vom Walde komm ich
her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet
sehr! Allüberall auf den
Tannenspitzen
Sah ich goldene
Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem
Himmelstor Sah mit großen Augen das Christkind
hervor; Und wie ich so strolcht' durch den
finstern Tann,
Da rief's mich mit
heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht",
rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und
spute dich schnell!
Die Kerzen fangen
zu brennen an,
Das Himmelstor ist
aufgetan, Alt' und Junge sollen
nun Von der Jagd des Lebens einmal ruhn
; Und morgen flieg ich hinab zur
Erden, Denn es soll wieder Weihnachten
werden!" Ich sprach: "O lieber Herre
Christ, Meine Reise fast zu Ende
ist; Ich soll nur noch in diese
Stadt, Wo's eitel gute Kinder
hat." - "Hast denn das Säcklein auch bei
dir?" Ich sprach: "Das Säcklein, das ist
hier: Denn Äpfel, Nuss und
Mandelkern Essen fromme Kinder
gern." - "Hast denn die Rute auch bei
dir?" Ich sprach: "Die Rute, die ist
hier; Doch für die Kinder nur, die
schlechten,
Die trifft sie auf
den Teil, den rechten."
Christkindlein
sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott,
mein treuer Knecht!"
Von drauß' vom
Walde komm ich her;
Ich muss euch
sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie
ich's hier innen find!
Sind's gute Kind,
sind's böse Kind?
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Brief ans
Christkindl
(Rudolf
Hägni (1888-1956)
Christkindlein, liebes, ich bitte dich
sehr, es dauert ja nun nicht lange mehr. bring mir doch wieder
ein neues Kleid, für meine Puppe, die Adelheid.
Das alte ist schon ganz
abgeschossen, und einmal Sirup darüber geflossen. Da hat es
einen Flecken gegeben. Die rote Farbe blieb daran
kleben.
Wir haben sie nicht mehr auswaschen
können. Nun will ich noch etwas anderes nennen. Ich wage es
dir zwar fast nicht zu schreiben. Wenn es zuviel ist, lass es nur
bleiben!
Eine Puppenküche wünscht ich mir
noch. Die alte Pfanne hat nämlich ein Loch. Ich glaube der
Rost hat sie angefressen. Es ekelt einen, daraus zu
essen.
Und zudem ist sie für mich jetzt zu
klein. Auch Schlittschuhe wären natürlich fein. Schlittschuh
fahren ist gar zu schön. Ich möchte mit meinem Bruder
gehn.
Aber die kannst du nächstes Jahr
bringen, weißt, ich möchte nicht alles erzwingen. Doch wenn du
mir lieber die Schlittschuhe schenkst, ist`s auch recht. Wenn du
nur nicht denkst, dass ich viel zu unbescheiden sei mit meinen
Wünschen, es sind ja schon drei.
Das möchte ich nicht, das täte mir
leid. Bring du nur einfach, soviel dich freut. Dann wird es
mir sicher auch Freude machen. Du bringst ja keine unnützen
Sachen. Jetzt bin ich am Ende. Noch einen Gruß vom Marteli
Stocker im "roten Huus".
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