Jungengruppe

 Jungenarbeit in der Ev. Kindertagesstätte Quickborn

 

 

     Grundsätzliches zur Jungenarbeit

 

    Jungenarbeit kann nur von Männern mit Jungen gemacht werden ,geschlechtsspezifische

    Arbeit hingegen kann auch von Frauen mit Jungen geleistet werden .

 

    Ich gehe davon aus ,

 °   dass Jungen nicht grundsätzlich defizitär sind , sondern eigene Positionen und vielfältige

    Potentiale besitzen . Diese Vielfalt gilt es durch diverse Ausdrucksmöglichkeiten zu

    fördern , im Vordergrund sollten immer die aktuellen Bedürfnisse der Jungen stehen .

 

  °  dass Jungen benachteiligt sind , da das Männerbild in unserer Gesellschaft starr ist .

    Jungen befinden sich in Not und brauchen daher persönliche männliche Begleitung

    Orientierung und Vorbilder .

 

  °  dass Jungen und Männer geschützte Räume brauchen , um ihnen u.a. die Möglichkeit

    zu geben , sich mit der eigenen Rolle auseinanderzusetzen und /oder auch ihre Anteile

    ausleben zu können , die nicht den männlichen Rollenerwartungen entsprechen .

 

  °  dass Jungen angenommen , ernst genommen und wertgeschätzt werden wollen .

 

  °  dass Männer und Jungen sich selbst organisieren müssen und soziale Gemeinschaften

    bilden sollen, die  Integration und Solidarität untereinander fördern

 

    Warum ist Jungenarbeit wichtig ??

 

    In den ersten 10 Lebensjahren erleben Jungen in ihrem Alltag kaum männliche

    Vorbilder, Identitätspersonen . Wie soll ein Junge seine eigene Identität entwickeln

    wenn er überwiegend von Müttern , Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen

    erzogen wird ?

    Durch das Fehlen männlicher Bezugspersonen erleben die Jungen kaum Männer

    wie sie sich im Alltag verhalten . Mit der Frage was ist männlich , werden die Jungen

    weitgehendst allein gelassen . Ihr Männerbild wird von gesellschaftlichen Klischees

    und unrealistischen Idealbildern , z.B. durch Medien , geprägt .Diese Tatsachen bedingen

    dass sie sich Gefühle wie Zärtlichkeit, Fürsorge , Angst ,Liebe und Schmerz häufig

    nicht eingestehen oder verleugnen . Bei dem Versuch , dem eigenen Männerbild zu

    entsprechen , ist das Gefühl zu versagen und nicht zu genügen vorprogrammiert .

    Nur erlebbare Männer sind in der Lage , den Jungen in diesem Konflikt eine Perspektive

    zu bieten

 

    Möglichkeiten der Jungenarbeit

 

    Wir bieten den Jungen einen Raum , in dem sie zwei verschiedene Männertypen mit

     unterschiedlichen Werten , Fähigkeiten und Toleranzen kennen lernen können.

    Mit denen sie spielen , toben , aber auch Konflikte austragen und sich streiten können.

    Ein Raum , der frei ist von weiblichen Maßstäben und Beurteilungen, dies entbindet

    sie der Notwendigkeit sich gegenüber Mädchen und Frauen abzugrenzen und zu

    profilieren . Jungen brauchen einen Ort für „ jungentypische „ Verhaltensweisen und

    großräumiger Bewegung, aber auch die Ermutigung für „ jungenuntypische „

    Verhaltensweisen .Nicht nur Wut und Aggression sondern auch Angst , Liebe ,Furcht

    und Ohnmacht sind Gefühle , die jeder Junge kennt und den Umgang damit lernen muss .

    Die Jungengruppe bietet einen Rahmen und die Möglichkeit auf die einzelnen Bedürfnisse

    einzugehen .In der Praxis versuchen wir dieses durch sehr unterschiedliche Spielangebote

    zu erreichen .Es ist uns wichtig nicht nur „ jungentypische „ Eigenschaften wie Kraft ,

    Schnelligkeit usw. in den Vordergrund zu stellen sondern auch Fähigkeiten wie Kreativität

    Phantasie und soziale Kompetenz .

    Zudem ist es wichtig das Jungen ihre Grenzen und die Anderer kennen lernen

    Wichtige Grundlage der Jungengruppe ist es , eine Atmosphäre zu schaffen wo sich

    jeder Junge in der Gruppe sicher und integriert fühlt .

 

    Der zeitliche Rahmen

 

    Pro Gruppe gilt 1 Stunde einmal in der Woche .

    Im Elementarbereich sind es die Jungen die als nächste zur Schule kommen und

    im Hortbereich alle anwesenden Jungen .

 

 

 

 

 

( Text: Heiko Brandt )

 

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